» a nocte temporis
Biographie
[“a nocte temporis”: lateinische Version des französischen “depuis la nuit des temps”, das so viel bedeutet wie “seit Menschengedenken”]
Nach einigen Jahren als gefragter Solist, der mit Dirigenten wie William Christie, Philippe Herreweghe, Hervé Niquet, Christophe Rousset und vielen anderen gearbeitet hat, gründete Reinoud Van Mechelen 2016 sein eigenes Ensemble. Sein Ziel: Musik der Barockzeit in historischer Spielweise zu präsentieren, aber auch und vor allem, sein Publikum mit einem emotional einzigartigen Erlebnis zu überraschen.
Das Ensemble startet seit seiner Gründung durch: es kann schon auf Einladungen an die großen Häuser und Festivals Europas blicken wie die Opéra de Lille, Festival Radio France (Montpellier), Festival Oude Muziek Utrecht, Festival de Saintes, die Chapelle Royale du Château de Versailles, MAfestival (Bruges), Bozar (Brussels), AMUZ (Antwerp), deSingel (Antwerp), Salle Gaveau (Paris), Muziekgebouw aan 't IJ (Amsterdam) und Wigmore Hall (London). Im Juni 2019 ging a nocte temporis auf eine Tournee nach China.
a nocte temporis begann als Kammermusikensemble mit Programmen wie Erbarme Dich (Arien für Tenor und Flöte von J.S. Bach), Pirame & Tisbé (französische Kantate von N. Clérambault) und The Dubhlinn Gardens (irische Musik des 18. Jahrhunderts mit einer Verknüpfung von Folk und Barockmusik, gemeinsam geleitet mit Anna Besson), entwickelte dann ab 2018 Programme in etwas größerer Formation wie Ich Habe Genug (Solokantaten von J.S. Bach) und Un Noël Français (Pastoralen von M.A. Charpentier).
a nocte temporis spielte im November 2018 sein erstes Projekt als Barockorchester mit Dumesny, haute-contre de Lully, dem ersten Teil einer Trilogie über das Stimmfach „Haute-Contre“ (in Zusammenarbeit mit dem Centre de Musique Baroque der Versailles und AMUZ). Im Mai 2019 entwickelte Reinoud Van Mechelen für das Festival Lunalia (Festival van Vlaanderen – Mechelen) mit a nocte temporis in der Formation eines Kammerorchesters ein Programm mit Mozart-Arien und Flötenkonzerten.
Mit nur 28 Musikern legt es einen kammermusikalisch leichten, doch sanft leuchtenden, bisweilen auch aufgerauten Klangteppich unter Van Mechelens entspannt-lockere Stimmführung, die freilich nicht geizt mit virtuosen Läufen und blankpolierten Tonperlen. Doch nie wird solches zum technikfitten Selbstzweck, immer bemüht sich dieser sorgfältig-sensitive Interpret um Sinn und Sinnlichkeitolierten Tonperlen.
- Rondo Magazin
So vertraut einem diese Konzerte daher sind – zwischen den Notenzeilen lassen sich dennoch immer noch Stimmungen und Empfindungen entdecken, die man so bislang kaum wahrgenommen hat.
Wie etwa dieses herrliche Schimmern in den Streichern, mit denen das belgische Alte-Musik-Ensemble A Nocte Temporis im Doppelkonzert die ersten Takte des „Andantino“ in gedämpftes Licht taucht – bevor die beiden Solistinnen Anna Besson (Traversflöte) und Clara Izambert (Harfe) aus diesem Stück eine Opernarie ohne Worte machen. Daran knüpft dann auch Anna Besson im Finalsatz des D-Dur-Konzerts an, der sich angesichts seiner erlesenen Bewegungslust gleichfalls einen Platz in einem Mozart’schen Singspiel verdient hätte. Ganz ohne Puder und falsche Rokoko-Attitüde sorgt Besson zusammen mit Dirigent Reinoud Van Mechelen und dem bis hin zu den Hörnern vorzüglich disponierten Originalklangmusikanten so für einen Mozart-Genuss aus einem Guss.
- Rondo Magazin




